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  • carolin rebmann

Kettenbrief-Herbstaktion "Der Waldspaziergang"



Hässlicher Wald


Es gab nichts zu sehen, nur ein paar Bäume: mittelalt, mittelhoch, mitteldicht, mittelbelaubt, weder grün noch herbstbunt. Auf dem Boden krochen niedrige Gewächse. Ein Taschentuch lag zu ihren Füßen. Der erdige Pilzgeruch kippte gerade ins verdorbene. Eine dreckige Feder in straßenköterbraun ragte aus dem Gestrüpp. Kein Sonnenstrahl streichelte malerisch die Stämme. Es war ein grauer Tag, der Himmel bedeckt, die Luft so feucht, dass es fast schon regnete. Der Wald war wie der Tag: einfach nur hässlich. Er war nichts Halbes und nichts Ganzes. Und er war perfekt. Sie zeigte dem Wald ein langes Gesicht. Der Wald schaute teilnahmslos zurück. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.











Impuls „Streicheln“


I stroll through the forest and my little task is to think about the term "stroke". It sounds simple as nature can only be connected with that specific word. At least that is my opinion. I love to run paths along fields and feeling my soul touched by the beauty of the trees, plants and creeks. October is one of my favorite months to go for a jog,- simply because of the magical and colourful leaves that rain down from the trees. Indeed I feel they stroke my skin, my mood and my sense of belonging. Ich soll also durch den wald gehen und mich treiben lassen vom Wort "streicheln". Puh, da gibt es so viel, was mit einfällt. Zum beispiel habe ich es geliebt, die kleinen Babypopos meiner kids zu streicheln...ach war das süss. Ob ich das heute noch mache? Nein, denn der popo ist nun ganz schön gross und nicht mehr so babyspeckig. When I run and gaze at the nature, it is not only my soul feeling touched, but also the desire to touch, pet and stroke lovely animals. I would enjoy stroking a fawn or a squirrel. I would tell them that I am grateful to escape sometimes in their homeplace. Ach ja, ich streichel auch mein Auto...warum? Nach jeder Fahrt bin ich dankbar, dass meine alte aber liebe Karre meine kids und mich sicher zum ziel gebracht haben. Da rede ich also, streichel und freue mich auf neue abenteuer. Sometimes I find little treasures in the wood too. I pick them up and admire them. They feel my fingers while I stroke their surfaces. You might want to know which items? These could be ordinary things like pinecones or chestnuts but as amazing leaves and wet fern. Ich streichel übrigens gerne menschen über den rücken. Warum? Um zu trösten, um Anerkennung zu zeigen, um Nähe anzubieten und auch um Freunde zu ärgern, wenn sie nen kater vom vortag haben und meine stabile hand spüren. You will see, there are so many interpretations of "stroke/streicheln" und so unterschiedliche Geschichten. Thanks for the input caro, denn es hat wie immer freude bereitet to think properly. Impuls „Abenteuer“


Ich gehe in den Wald,

um mich zu suchen.

Ich finde Dich.

In jedem Detail steckt so viel Hoffnung,

jedes Abenteuer erfordert Mut.

Gegensätze, die zerreißen, am Ende weiß ich

alles wird gut.



Impuls „Details“


Auf in den Wald- mit der Liebe zum Großen Ganzen und dem Blick für die Details

Schon der Weg in den Wald hilft, die vielen Gedanken in meinem Kopf zu ordnen, die Dinge, die noch auf der To-do Liste stehen ein bisschen weg zu drängen oder einfach zu akzeptieren, dass ich jetzt in diesem Moment sowieso nichts darauf abhaken kann. Jetzt heißt es: einfach die Zeit genießen, die mir zur Verfügung steht- die böse Hausarbeit muss warten... Ich lege das schlechte Gewissen ab, wie einen dicken Mantel und konzentriere mich auf den Moment.

TIEF EINATMEN! HMMM.

Ich sauge die frische kalte Luft in mich ein, mache den Kopf frei, will ankommen, mich erden, einfach sein.

Dabei lasse ich meinen Blick schweifen und stelle fest: Die schönsten und buntesten Bilder malt Mutter Natur: das Farbenspiel der Bäume, der erste Raureif und Eiskristalle am Morgen auf den verstreuten Blättern. Ich lasse das bunte Gesamtbild auf mich wirken. Es ist einfach herrlich. Ein Gefühl von Glück und Freude steigt in mir auf. Ich verliere mich in der Schönheit der Natur und gehe weiter.

Viele Details fallen mir auf. Ein Stück Holz, das aussieht wie eine Krabbe, ein Rascheln im Unterholz, das einen Blick wert ist, will ich doch wissen ob es vielleicht ein Igelchen und nicht "nur" ein Vogel ist. Wenn man alleine nur auf den Weg achtet, hat er so viel zu erzählen: Fahrradrillen, Pferdespuren (in die man wohlgemerkt nicht reintreten sollte), Matsch, dann wieder fester Boden, Stöcke und Wurzeln, das wahnsinnig laute Rascheln der Blätter beim Laufen, eine kleine Brücke... Der Waldpfad ist Sinnbild für das LEBEN: Geschlungene Pfade, diverse Hindernisse, vielerlei Einflüsse, wichtige Wegkreuzungen und allerlei Lebewesen. ;-)

Ich nehme mir die Zeit, einen Moment inne zu halten. Um wirklich anzukommen, muss man stehen bleiben, seine Umgebung auf sich wirken lassen und den Details Raum geben. Dann kann man auch neue Geräusche hören: ein Kreuzchen, ein Klopfen, ein Kreischen- ist es ein vielleicht ein Fuchsl? Aber auch das Rauschen des Verkehrs aus der Nähe ist zu hören. Die "Stille" des Waldes ist doch wahnsinnig laut, wenn man genau hin hört.

Ich fühle mich umhüllt, beschützt und getragen vom Wald. Ich komme zur Ruhe und sage mir, dass ich mir den Blick für die Schönheit der Natur und den Sinn für Details immer bewahren möchte. Man sagt mir detailverliebt nach... und das ist GUT SO!!! Aber bei dieser Vielfalt an Eindrücken wird mir dennoch klar, dass es wichtig ist, den Weg und die Sicht auf das Große Ganze dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Ganz wie im echten Leben eben.

Langsam mache ich mich gedankenverloren und trunken vor Waldglück auf den Rückweg. ZEITLOS! Das ist es…Der Wald ist ZEITLOS in seiner Schönheit- egal welches Gewand er gerade trägt. Das jetzige in den bunten Herbstfarben gefällt mir persönlich am besten! Aber ZEITLOS bin auch ich, wenn ich durch den Wald gehe. Raum und Zeit verändern sich- kein gehetzter Blick auf die Uhr.. die Zeit verrinnt und ich bewege mich in einer Art ZEITLOSer Blase. Darum tut mir der Wald so gut! :-)

Leider stelle ich früher oder später immer mit einigem Entsetzen fest, wie viel Zeit in der Zwischenzeit tatsächlich vergangen ist. Gut genutzte Zeit- wohl gemerkt!

Auch heute ergeht es mir so.

Als ich den Wald verlasse, schlägt die Kirchturm Uhr laut 9:00 Uhr. Die Zivilisation hat mich wieder. Die Arbeit wartet.

Und als Zeichen, dass ich mich beeilen soll, hupt ein Auto laut. Es wird wohl Zeit... Bis zum nächsten Mal "Wald", mein zeitloser Freund!






Impuls



Ich sitze auf meiner Lichtung im Wald. Die Sonne scheint durch die Baumwipfel. Es ist früh am Morgen. Schön ist es hier. So ruhig. So friedlich. Ich sitze auf "meinem" auserwählten Baum. "Meinem" Elfenbaum. Er ist gar kein grosser Baum. Dafür mit ausladenden, verzweigten Ästen. Seine starken Wurzeln laden ein, zu verweilen. Wusstet ihr, dass es überall Elfenbäume gibt? Nein? Dann nehme ich euch gern mit auf meine Reise. Auf meiner Lichtung im Wald sehe ich mich um. Tief atme ich durch, schließe meine Augen, lausche dem leichten Wind, der mir eine leichte Haarsträhne an mein Näschen kitzeln lässt, rieche das modrige und frische Laub, dazwischen den intensiven Duft von Pilzen, höre ein fleißiges Eichhörnchen nach Nüssen rascheln. Ich spüre, wie mein Herzschlag langsamer wird, wie Ruhe einkehrt und ich mich voll und ganz im Hier befinde. Auf meiner Lichtung bin ich glücklich, fühle ich mich frei. Hier bin ich, ich. Ich öffne meine Augen und lasse meinen Blick schweifen. Nicht weit von mir entfernt sehe ich einen kleinen, unscheinbaren Baumstumpf stehen. Er macht mich neugierig und ich gehe hin. Er ist über und über mit Moos bedeckt und im Baumstump selbst haben sich auf dem Moos eine ganze Schaar voll Kleeblätter niedergelassen. Kein Wunder! Dient doch das Moos als Wasserspeicher für allerlei Lebewesen hier im Wald. Aber seht hin! Es gibt noch mehr schönes Treiben auf meinem "Moosberg". Naturgeister - kleine, liebevolle Wesen, die sich zusammen mit der Waldfee um den Erhalt der Natur im Wald bemühen. Allerlei zärtliche Hände kümmern sich um das Wässern der Kleeblätter. Sie werden geschrubbt, von Blattläusen befreit, irgendwelche Vielfrasse werden umgeleitet und das ein oder andere Kleeblatt wird noch für den Tag entstaubt, hübsch gemacht und mit einer großen Portion Elfenliebe umsorgt. Ihr müßt wissen - jeder Elf hat sein eigenes Stück Kleeblattbeet, daher auch manchmal die verwirrte Anordnung. Und so ist es nicht verwunderlich, dass jeder Elf sein Beet als das Schönste von allen wissen möchte. Ich beobachte das geschäftige Treiben ein Weilchen und ich fühle in mir, dass ich meine ganz eigene, tiefe Ruhe gefunden habe... und glücklich bin. Kleeblätter... Glück...lich. Ein bisschen verweile ich noch bei meinem "Moosberg", bin dankbar, dass ich die scheuen Wesen mit meiner Ankunft nicht vertrieben habe und höre von Weiten jemanden nach seinem Hund rufen. Schnell, leise, setze ich mich mit einem Lächeln auf die Wurzeln meines Elfenbaumes zurück. Es ist ein Labrador. Wunderschöne Hunde! und sehr menschenbezogen. Die Besitzerin hat mich nicht gesehen, sie läuft mit ihren Kopfhörern im Ohr und Walkingstöcken an mir vorbei. Aber ihr Hund hat mich gesehen. Er bleibt stehen, horcht auf, hebt einer seiner Pfote hoch und sieht mich an. Ich schicke ihm ein inneres Lächeln mit ganz viel Liebe. Er versteht - schnüffelt kurz an einem Grashalm und verschwindet mit grossen Sätzen seiner davon eilenden Besitzerin nach. Ich selbst kehre wieder gedanklich zurück und bedanke mich bei den lieben Naturwesen und verlasse achtsam meinen ganz persönlichen Rückzugsort. Vielleicht hab ich beim nächsten Mal noch mehr Glück und darf einem "Moosweiblein" begegnen. Sie gelten als die Schützerinnen des Waldes. Eine Frau - halb Moos, halb Baumrinde. Vielleicht begegnen Euch auch "Augen" an den Bäumen. Gebt Acht!








Novemberwald Im Frühling noch war sie trunken vor Glück über die Wiesen getanzt. Nun lag über allem ein grauer, drückender Deckel. Der, wenn man sich darauf einließ, auch irgendwie Stille ausstrahlte. Konnten wir das von den Bäumen lernen? Einfach mal Ballast abwerfen? Volle Konzentration nach innen? Was macht der Wald eigentlich im Winter? Ruht er da still und starr? - Ach nee, das war ja der See. Als Stadtkind war ihr der Waldweg lieber als das unwegsame Gelände daneben. Zu misstrauisch war sie, ob sich da nicht Hundekacke oder andere unangenehme Dinge im Laub befinden könnten. Doch war sie nicht heute hier, um sich auf den Wald, auf die Natur einzulassen? Also, raus aus der Komfortzone und rein in den Wald. Bereits bei Schritt zwei jenseits des Weges geschah es. Ihre kühnsten Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen: Ein herrlicher, fetter Kackhaufen ragte in seiner ganzen Pracht aus den Blättern. Er war so groß, dass er sich unmöglich tarnen konnte. Doch damit nicht genug. Eine für November erstaunlich aktive Wespe tat sich entzückt daran gütlich. Was für ein Anblick. Mehr muss dazu wohl nicht mehr gesagt werden. Hatte sie es nicht gleich gewusst? Ein Anflug von Genugtuung machte sich breit. Und vor allem, noch viel wichtiger, das war die Legitimation, auf dem Waldweg bleiben zu dürfen. Also nichts wie zurück. Und weiter des Weges. Bis hierhin galt ihre ganze Aufmerksamkeit der Natur und allem, was eben so dazugehört. Dass das nicht alles Natur ist, was da so in der Natur herumliegt, musste sie im weiteren Verlauf mit Entsetzen feststellen. Hundetüten, Plastikschnipsel, und Papiertücher säumten ihren Weg. Das alles begleitet vom ausgelassenen Heulen einer Motorsäge. "Na prima ", dachte sie und blieb stehen. Ein Rotkehlchen saß auf einem Baum und hatte sie im Blick. Es schien sich an all dem nicht zu stören. Ihr kam in den Sinn, dass es wohl wesentlich besser an das Leben mit dem Menschen angepasst war als sie selbst. Und auch der Wald wirkte unbeirrt. "Was kümmert es die Esche, wenn ein Papiertuch an ihr hängt?" Zwei Buntspechte tanzten um einen Baum. Ein Eichelhäher verschwand im Dickicht. Sie nahm sich vor, den bereits länger gehegten Gedanken vom Mülleinsammeln in die Tat umzusetzen. Epilog Sie stand am Waldrand. Lauschte den unzähligen Vogelstimmen. Betrachtete die unterschiedlichen Blätter, die den Boden bedeckten. Man konnte genau erkennen, welche schon länger dort lagen und welche erst vor Kurzem heruntergefallen waren und in voller Farbe in die Welt lachten. Sie ging mit offenen Sinnen durch die Natur und nahm sie in all ihrer Schönheit und Wirklichkeit wahr. Der Wald denkt nicht an Vergänglichkeit. Der Wald erzählt uns vom ewigen Kreislauf. Vom Kreislauf des Lebens. Sie spürte, dass sie im Reinen war mit sich und der Welt. Und die Bäume über ihr schneiten bunte Blätter.




VIELEN DANK AN ALLE TEILNEHMERINNEN!!!